Montag, 22. Mai 2017

Ordnung ist das halbe Leben - ich lebe in der anderen Hälfte (noch)

Was Ordnung angeht bin ich sehr strukturschwach, möchte ich mal sagen. Und passionierte Stapelaufhäuferin. Kennt ihr auch diese Stapel, die sich in irgendwelchen Ecken oder gerne an Arbeitsplatzkanten bilden mit diversen Papieren, Zeitungsausrissen, Briefen, Probedrucken oder was weiß ich für Zeug...?
Durch den gerade hinter mir liegenden Umzug und der damit verbundenen Sichtung meiner "Schätze" habe ich jetzt in meinem Miniatelier 3 große Mappen und 4 Kisten voll mit diversen Papieren stehen.
Um mir einen schön großen Planschrank leisten zu können, um die Papiere ordentlich und knickfrei aufbewahren zu können, muss ich mein Sparschwein allerdings noch ordentlich mästen. Also heißt es bis auf weiteres: Durchwühlen durch die Schichten! Und dabei sind mir immer wieder diverse "Nester" bestehend aus ausgerissenen Kochrezepten in die Finger gekommen. Da hatte ich immer mal wieder brav Zeitschriften ausgemistet und die Ausrisse dann beiseitegelegt, wo sie dann mit der Zeit in den Papierbergen verschwanden...

Damit ist jetzt Schluß! Denn nun habe ich mich endlich mal aufgerafft, und mir eine Rezeptsammlung angelegt. Da ich zur Zeit ja mit Oskar zu Hause bin, sind Projekte, wo wir prima zusammen bzw. nebeneinander am Tisch arbeiten können, gerade schwer angesagt.

So haben wir es gemacht:


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Hier geht es nicht um eine schöne Buchbindearbeit, sondern praktisch muss es sein: Deshalb habe ich einen alten Ordner hergenommen und verkleinert. Die Größe habe ich an das Format der Zeitschriften angepasst, aus der viele der gesammelten Rezeptseiten stammen.

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Mit dem Cutter und Metalllineal einfach oben und unten abgeschnitten...

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...und die Ecken abgerundet. Fertig. Jetzt musste noch flugs ein etwas netterer Einband her.

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Von meiner Design Wall Bespannung hatte ich noch einige kleinere Stücke Dropcloth übrig. Diese haben Oskar und ich dann noch mit Acrylfarben bemalt.

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Das hat Oskar besonders viel Spaß gemacht...!
Und weil mir sein bemaltes Stoffstück viel besser gefallen hat als meins, haben wir getauscht.

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Während das Kind weiter gemalt hat...

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... habe ich den bemalten, getrockneten Stoff zurechtgeschnitten und mit Buchbinderleim auf den Ordner geklebt. Ich habe in diesem Fall darauf verzichtet, den Stoff zuvor mit Papier zu kaschieren, um ein Durchschlagen des Buchbinderleims zu verhindern, da wir es hier mit einer malerischen Gestaltung zu tun haben, wo es auf ein paar Flecken mehr oder weniger nicht ankommt.

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Fertig! Nach der Trocknung habe ich vorsichtig die Löcher auf dem Rücken und dem Deckel freigeschnitten, damit der Ordner wieder gut schließt und leichter aus dem Regal zu holen ist.

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Zwei bedruckte Musterpapiere habe ich für die Innenseiten verwendet.

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...und ebenfalls mit Buchbinderleim aufgeklebt.

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Und dann ging`s an Schnippeln und Einkleben.

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Und auch hier hat Oskar kräftig mitgemacht und in seinem "Kizzenbuch" geklebt, was das Zeug hält.

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Dicker Schinken... :)

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Derweil habe ich noch schnell meinen Rezeptordner bestempelt.

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Das sind immer noch meine Lieblingsbuchstabenstempel*.

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Wenn ich beim Durchforsten der anderen Papierberge auf die nächsten Rezeptsammlungen stoße - und ich bin ganz sicher, dass sich noch einige dazwischen befinden- werde ich sie also direkt einheften und dann zur Abwechslung auch wiederfinden, wenn ich mal wieder nicht weiß, was ich kochen soll. :)

Habt Ihr auch eine Rezeptesammlung? Wie macht ihr das- Zettel am Kühlschrank, Karteikasten, handgeschrieben in ein Buch oder digital...?

Ich fühle mich auf jeden Fall gerade schwer "organized". Als nächstes sind meine Stempel dran. Da sammelt sich ja auch so einiges mit der Zeit...






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Donnerstag, 11. Mai 2017

Unterwegs in Kopenhagen: Schmökern und die Kids spielen lassen


Zur Zeit verbringen Oskar und ich ruhige Tage überwiegend daheim, während der Rest der Familie zur Schule bzw. Arbeit geht. Mittlerweile haben wir den dänischen Registrierungsprozess hier erfolgreich durchlaufen und sind nun alle mit CPR Nummern ausstaffiert. Ohne die geht hier nämlich nix. Krankenversicherung, Steuer, Kindergartenplatz, Pakete abholen, Mobilfunkvertrag abschliessen, Konto eröffnen, Bücher ausleihen... diese "Bürgernummer" die es auch in anderen nordischen Ländern gibt, ist ganz wichtig und man braucht sie eigentlich immer- auswenig lernen lohnt sich also.
A propos Bücher: Einen klitzekleinen Kopenhagen-Reisetipp habe ich hier für Euch:

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Das Wetter ist bislang nicht so besonders in diesem Frühjahr: ungewöhnlich kalt und superwindig. Letztes Wochenende war es dann ausnahmsweise mal warm und windstill und so machten wir uns auf zu einem kleinen Bummel durch die Innenstadt. Nicht die beste Idee an einem Samstag, wenn man größere Menschenansammlungen und Gedränge nicht so gern hat, aber was soll`s. Ich hatte Leo einen Besuch im Lego-Store versprochen und unter der Woche passt das eher nicht. Nachdem wir diesen Programmpunkt also erfolgreich absolviert hatten und die Spardose des Kindes jetzt mehr oder weniger leer ist, war uns allen nach einer kleinen Erfrischung und nach einer Pause. Und diese haben wir dann in der Zentralbücherei in der Innenstadt eingelegt, welche auch ein nettes Café beherbergt.

Den Tipp habe ich von meiner amerikanischen Nachbarin Laurel, die ebenfalls mit kleinem Sohn zu Hause ist. Laurel ist Lehrerin, Kinderbuchautorin und Schriftstellerin und hat mir die "Hovedbiliotek" - speziell die Kinderabteilung- an`s Herz gelegt.

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Hier werde ich definitiv in nächster Zeit noch öfter hingehen.

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Der Kinder- und Jugendbereich ist schön groß und geräumig. Supertolle Spielzeuge vom Kasperletheater über Ritterburg und diverse "Lernausprobierstationen" und ein großer Tisch zum Malen und Basteln.

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Und, na klar, jede Menge Bücher...

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Auch wenn ich noch Nix davon lesen kann- da hätte ich schon mal den halben Tag stöbern können.

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Das Highlight für die Jungs war dann aber auf jeden Fall die Buchstabenecke. Schaumstoffbuchstaben zum stapeln, bauen, Wörter legen - die Kinder waren glücklich versorgt.

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Und praktischerweise befindet sich die Abteilung für Kunst, Design, Handwerk und Musik direkt nebenan. Die Regale hier sind sehr gut gefüllt. Textilkunst, Musterbücher über Musterbücher, Kunsthandwerk und so weiter. Warum überrascht mich das nicht?

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Falls mir mal die Ideen für neue Stempel ausgehen sollten... Und Dank Smartphoneknipse muss man ja nicht zwangsläufig jedes Buch ausleihen, um sich eine Ladung Ideen für neue Projekte abzuholen.
Also auch für Erwachsene ein guter Tipp! Es gibt auch jede Menge Titel in Englisch und auch in Deutsch. Musikliebhaber können übrigens sogar echte Schallplatten aus den Regalen ziehen und auflegen! Wahnsinn.

Falls Ihr einen kleinen Kopenhagen-Trip plant, würde ich die Bibliothek auf jeden Fall mit einplanen. Das Ganze hat nämlich noch einen weiteren Vorteil: Es kostet Nix :)

Mehr Infos findet Ihr unter Københavns Biblioteker. Die Adresse ist: Hovedbiblioteket, Krystalgade 15, 1175 København K









Dienstag, 9. Mai 2017

Chaosbewältigung im Miniatelier: Stifte und Farben


Mein kleiner Atelierraum ist noch lange nicht fertig eingerichtet, wird aber mittlerweile schon regelmässig benutzt. Die Design Wall erfreut sich bei den Kindern großer Beliebtheit.

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Zum Einen kann ich ganz schnell für die beiden Papiere festheften, wenn auf meinem Arbeitstisch kein Platz ist und zum Anderen geben auch die Pinnnadeln wunderbare Spielzeuge ab. Oskar liebt es, die Nadeln von einer Ecke der Wand in die andere zu pinnen und dabei kunstvoll anzuordnen.
Ich verwende kurze Markierungsnadeln von Javana mit großem Kopf. Die verbiegen nicht so schnell und wenn mal eine runterfällt tut das Drauftreten nicht so weh (im Gegensatz zu Reißzwecken, autschi).

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Meine Siebdruck- und Textilfarben sind mittlerweile in einem bereits vorhandenen Einbauschrank verstaut. Für meine Gouache- und Acrylfarben sowie meine Pinsel und Stifte habe ich einen Rollwagen umfunktioniert.

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Ist er nicht schick? Das gute Stück ist ein Servierwagen aus einer Großküche und stammt aus einer Zeit, als Edelstahl noch aus Holz war.

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Endlich habe ich meine Sachen griffbereit und meine Indiska-Tassensammlung muss nicht mehr im Schrank verstaut werden!

In den letzten Tagen haben wir noch einen Schrank aus der alten Wohnung in einer der Ecken aufgebaut, so dass ich noch ein paar Kisten auspacken konnte. Aber eines ist klar. Ich werde noch einmal gnadenlos Stoffe aussortieren. Allein drei große Kisten weiße Stoffe will ich färben, bemalen und bedrucken. Und vielleicht hat ja die eine oder andere von Euch Interesse an einem Stoffpaket a la "Am liebsten Bunt" ?
Bis dahin dauert es wohl noch ein wenig, aber das ist der Plan soweit :) Das gleiche trifft im Übrigen auf meine Papierberge zu...die wollen auch Schicht für Schicht sortiert, geordnet und verarbeitet werden... es wird nicht langweilig.






Dienstag, 2. Mai 2017

#slowsewlapassacaglia - Was die anderen so nähen...

...und was ich nicht genäht habe in den letzten Wochen. Ausser auf der letzten Zugfahrt von Hamburg nach Kopenhagen habe ich mein Kästchen und die Plastiktüten mit Einzelteilen nicht wieder hervorgeholt. Ich habe zwar Dank eurer Mithilfe auch drei Taschenschnittmuster gefunden, die potenzielle "La Passacaglia- Schnippelaufbewahrungstaschen" werden können, aber auch diese Projektanfänge wanderten in einen (bis jetzt noch nicht wieder ausgepackten Karton) - dazu ein anderes Mal mehr.

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So ist das einzig wirklich "Neue" an diesem Foto der Hintergrund. Meine neue Riesenpinnwand vom letzten Post habe ich direkt mal mit den angefangenen Rosetten bepinnt.

Aber da ich mir ja locker vorgenommen hatte, zu Beginn eines neuen Monats über das Langzeitprojekt zu berichten, zeige ich Euch heute mal das fertige Quilttop von Susanne. Es ist also tatsächlich zu schaffen, sogar in weniger als 10 Jahren.

























Ist das nicht toll? Jetzt bin tatsächlich sehr gespannt, wie Susanne das gute Stück wohl quilten wird...
Zwei weitere Mitstreiterinnen, die sich an dieses Langzeitprojekt gewagt haben sind Ute und Karen.
Vielleicht haben die beiden ja ein wenig mehr an ihren La Passacaglias geschafft als ich :) Vor Allem finde ich faszinierend, wie das gleiche Ausgangsmuster durch unterschiedliche Farbwahl ganz verschieden daherkommt...!
Vielleicht habt Ihr ja Lust, mal bei den beiden vorbeizuschauen?

Da unser Internetanschluss pünklich zum Wochenende zusammengebrochen ist und noch keine Lösung des Problems in Sicht ist, schreibe ich diesen für Gestern geplanten Post jetzt im Wartebereich des International House, wo wir noch geraume Zeit verbringen werden, um Leos CPR-Nummer zu beantragen.

Mal sehen, wann es hier also weitergeht... seufz.

















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